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Extrusion 4/2017

Technische Universität München

Professur für Industrielle Biokatalyse

Prof. Dr. Thomas Brück,

brueck@tum.de

Lichtenbergstr. 4, 85748 Garching, Germany

www.ibc.ch.tum.de www.baybiotech.de/

den Lehrstühlen für Makromolekulare Che-

mie in Garching und für Chemie Biogener

Rohstoffe in Straubing zeigten im Rahmen

des Projekts, wie die mechanischen Eigen-

schaften des Biopolymers durch Zugabe an-

derer Kunststoffe, beispielsweise biologisch

hergestellten Polylactiden, verändert werden

können.

Neue Möglichkeiten eröffnet die Trennung

der Herstellung der Einzelbausteine von der

Polymerisierung. Das Team von Thomas

Brück, Professor für Industrielle Biokatalyse

der TU München, entwickelte eine ressour-

censchonende biotechnologische Produkti-

on der Monomere aus Kleie, die als kosten-

günstiges Nebenprodukt bei der Mehlher-

stellung anfällt.

Indem sie diese Monomere mit solchen mi-

schen, die aus beta-Butyrolacton hergestellt

wurden, können Forschende der Lehrstühle

für Makromolekulare Chemie und für die

Chemie Biogener Rohstoffe gezielt Unregel-

mäßigkeiten in das Polymer einbauen und so

die Materialeigenschaften für die jeweilige

Anwendung maßschneidern. Auch verbes-

serte metallische und biogene Katalysatoren

für die Öffnung des Butyrolacton-Rings sind

Teil der Forschungsarbeit.

Biotechnologische Produktion

chemischer Zwischenprodukte

Viele biotechnologische Prozesse nutzen sich

spontan bildende Biofilme. Allerdings sind

diese oft sehr empfindlich und nicht an alle

gewünschten Reaktionen anzupassen.

Teams der Lehrstühle für Bioprozesstechnik

und für Makromolekulare Chemie II der Uni-

versität Bayreuth entwickelten daher künstli-

che Biofilme, bei denen die Mikroorganis-

men in eine maßgeschneiderte synthetische

Polymermatrix eigebettet werden. Dadurch

sind die Bakterien sehr viel robuster und

können für unterschiedlichste Einsatzfälle

genutzt werden.

Essigsäurebakterien werden bereits für die

Produktion von Vitamin-C genutzt. Da das

Bakterium in der Natur auf verschiedenste

Umweltreize reagieren muss, besitzt es ver-

schiedenste Enzyme an seiner Oberfläche.

Mit neu entwickelten molekularbiologischen

Methoden gelang es den Forscherinnen und

Forschern der Lehrstühle für Mikrobiologie

am TUM-Standort Weihenstephan und am

Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik in Gar-

ching, nicht benötigte Enzyme zu entfernen.

Die Energie des Bakteriums konzentriert sich

damit auf die für die erwünschte biotechno-

logische Umsetzung relevanten Enzyme. Die

Aktivität steigt und Nebenreaktionen wer-

den unterbunden.

Verbindungen, die sich wie Bild und Spiegel-

bild zueinander verhalten, sind wichtige

Bausteine für die Synthese pharmazeutischer

Produkte. Sogenannte Enreduktasen können

Wasserstoffatome an Doppelbindungen an-

lagern und damit diese Chiralität genannte

Eigenschaft erzeugen. Beispielsweise ent-

steht so aus dem im Kümmelöl vorkommen-

den Carvon das chirale Dihydrocarvon. Mit

verschiedenen Methoden des Protein Engi-

neerings veränderten Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler am Lehrstuhl für Biover-

fahrenstechnik der TU München ein entspre-

chendes Enzym so, dass es eine mehr als

viermal höhere Aktivität erreicht.

Synergie der Verbundforschung

„Die erfolgreiche Arbeit des Forschungsver-

bunds zeigt beispielhaft den großen Nutzen

der interdisziplinären Arbeit im Verbund

über verschiedene Standorte hinweg“, sagte

Thomas Brück, Professor für Industrielle Bio-

katalyse der TU München. „Die Verknüp-

fung der drei TUM-Standorte Straubing,

Weihenstephan und Garching spannt den

Bogen von der Grundlagenforschung bis zur

Anwendungsentwicklung und beschleunigt

den Weg zur tatsächlichen Umsetzung

enorm.“

Auf Seiten der TU München waren der Lehr-

stuhl für Chemie Biogener Rohstoffe und die

Professur für Biogene Polymere in Straubing,

der Lehrstuhl für Mikrobiologie in Weihen-

stephan sowie die Lehrstühle für Bioverfah-

renstechnik, für Makromolekulare Chemie

und für Industrielle Biokatalyse in Garching

beteiligt. Weitere Mitglieder des Verbunds

sind die Lehrstühle für Bioprozesstechnik

und für Makromolekulare Chemie II der Uni-

versität Bayreuth sowie der Lehrstuhl für Bio-

verfahrenstechnik der Universität Erlangen-

Nürnberg, der den vom Bayerischen Staats-

ministerium für Umwelt und Verbraucher-

schutz finanzierten Projektverbund koordi-

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