Extrusion 8-2019

den Datenbank ermöglicht ferner Rückschlüsse auf die Quellen und Ursachen von Verunreinigungen. Darauf aufbauend kön- nen bestehende Prozesse im Unternehmen oder bei Zulieferern optimiert und eine höchstmögliche Produktqualität sicherge- stellt werden. Anwendungsbereiche Bei dem beschriebenen System handelt es sich um ein mobiles offline Prüfgerät auf Rollen, welches für Stichprobenkontrollen außerhalb des Produktionsprozesses („offline“) im Labor oder alternativ direkt neben der Produktionslinie eingesetzt wird. Es bietet eine Vielzahl von Anwendungen. Neben der klassischen Produktionskontrolle eignet es sich aufgrund des schnellen Analysevorgangs von 30 Sekunden auch zur Wareneingangs- kontrolle. Darüber hinaus findet das System in der Qualitätssi- cherung Anwendung. Nach positiver Prüfung, die mit dem Prüfzertifikat protokolliert wird, kann die Materialfreigabe erfol- gen. Im Reklamationsfall wird das System ferner zur Nachkon- trolle des beanstandeten Materials genutzt. Auf dem 210 x 300 mm großen Probenträger ist eine Inspekti- on von Granulat, Flakes, Folien/Tapes, Platten und Spritzguss- teilen aus verschiedenen Kunststoffen, wie zum Beispiel XLPE, das für die Isolation von Hochspannungskabeln verwendet wird, TPU oder TPE möglich. Die Höhe des Prüfguts kann bis zu 50 mm betragen. Pro Durchlauf können circa 100 g Kunststoff- granulat inspiziert und analysiert werden. Bei einer Granulat- größe von 4 x 4 x 4 mm entspricht das bis zu 3.500 Einzelgra- nulaten. Fazit Die Kunststoffindustrie zeichnet sich durch sehr hohe Qualitäts- anforderungen und strikte Standards an das Material und die SIKORA AG Bruchweide 2, 28307 Bremen, Deutschland www.sikora.net Produkte aus. Um diesen gerecht zu werden, ist neben einer kontinuierlichen Überwachung im laufenden Produktionspro- zess durch online Inspektions- und Sortiergeräte eine regelmä- ßige offline Stichprobenkontrolle erforderlich. Vor allem metal- lische Verunreinigungen stellen hierbei Kunststoffhersteller und verarbeiter vor erhebliche Herausforderungen, denn sie gefähr- den nicht nur die Reinheit des Endprodukts, sondern auch des- sen Funktionalität und letztlich einen sicheren Einsatz. Das von SIKORA entwickelte System vereint Röntgentechnologie mit ei- ner automatischen offline Inspektion und Analyse. Das Labor- prüfgerät detektiert und visualisiert automatisch metallische Verunreinigungen ab 50 µm im Kunststoffgranulat und wertet diese statistisch aus. Eine eindeutige Zuordnung der Kontami- nationen und Nachkontrolle sind jederzeit möglich. Die repro- duzierbare offline Inspektion und Analyse von Kunststoffgranu- lat führt zu einer zuverlässigen Fehleranalyse und bietet zentra- le Erkenntnisse über die Ursachen von Verunreinigungen und die eigenen Herstellungsprozesse. Ausschließlich fehlerfreie Kunststoffe gelangen zur Auslieferung und Maschinenstillstand sowie Reklamationskosten werden reduziert. Somit trägt das System maßgeblich zu höchster Qualität und Prozessoptimie- rung bei und ist für eine zukunftsorientierte Produktion essen- tiell. 1 Dr. Frank, C., Röntgen- und Kameratechnik kombinieren. Inspektion, Sortierung und Analyse von Kunststoffpellets, Plastverarbeiter, Ausgabe 10/2017, S. 116-120 Das auf Röntgen basierende offline Inspektions- und Analysesystem detektiert metallische Kontaminationen im Kunststoffgranulat 31 Extrusion 8/2019

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