Extrusion 6-2026
Extrusion 6/2026 12 Branche Intern ► VDMA e.V. Kunststoff- und Gummimaschinen vdma.eu ein immer intensiverer globaler Wett- bewerb – insbesondere durch Anbie- ter aus China – verändern die Spielregeln in der Branche grundle- gend. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld ist für den Kunststoff- und Gummi- maschinenbau weiterhin anspruchs- voll, da die Unternehmen nicht nur mit einer konjunkturellen Delle, son- dern mit einer strukturellen Krise zu kämpfen haben. Der Start in das Jahr 2026 verlief holprig: Im ersten Quar- tal ging der Auftragseingang preisbe- reinigt um 5 Prozent zurück, der Umsatz lag um 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für den weiteren Jahresverlauf zeichnet sich jedoch eine Stabilisie- rung ab. Insbesondere aus Asien und Amerika werden wieder zunehmend Impulse erwartet, die den schwachen Jahresauftakt zumindest teilweise ausgleichen können. Der Fachver- band Kunststoff- und Gummimaschi- nen rechnet für 2026 mit einer Seitwärtsbewegung – die Umsatzent- wicklung dürfte sich im Bereich von ±0 Prozent einpendeln. Insgesamt gibt es Anzeichen für eine Fortführung der positiven Dyna- mik in Amerika und Asien, die für 2027 ein leichtes Wachstum für den Kunststoff- und Gummimaschinen- bau erwarten lässt. Die USA sind trotz aller Widrigkeiten wie zum Beispiel beim Thema Zölle ein stabiler Anker mit robuster Nachfrage aus den Be- reichen Verpackung und Medizintech- nik und China bleibt – getragen von einer weiter wachsenden Mittel- schicht – eines der Zentren des globa- len Kunststoffverbrauchs mit positiven Auswirkungen auf die Ma- schinennachfrage. Für die Kunststoff- und Gummima- schinenbauer gilt, die Chancen des auf der Materialseite wachsenden Marktes zu nutzen. Sie müssen nun die Weichen für die Zukunft stellen, um sich im hochkompetitiven, mar- gensensiblen Umfeld zu behaupten. Hochtechnologie und Qualitätsfüh- rerschaft sind weiterhin essenziell. In der Technologie sind Digitalisie- rung/KI und Automatisierung die trei- benden Kräfte. Vernetzung und Datenfluss über die gesamte Wert- schöpfungskette bringen neue Ge- schäftsmodelle hervor und schaffen Mehrwert, doch ohne strukturelle Ver- änderungen ist der Preisdruck nicht zu stemmen. Heute müssen auch die Produkti- ons- und Vertriebsstrukturen neu ge- dacht und viel stärker global organi- siert werden. Die deutschen und eu- ropäischen Technologieanbieter müs- sen sich noch intensiver auf die Mentalitäten und Marktbedürfnisse der jeweiligen Absatzregion einstellen, um das, was ihre Kunden dort brau- chen, anbieten zu können – und das zu wettbewerbsfähigen Preisen. Sandra Füllsack, Vorstandsvorsit- zende des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen, appelliert an- lässlich der VDMA-Jahrestagung: „Konsequentes Handeln ist unerläss- lich für unsere Industrie, wenn wir uns im weltweiten Wettbewerb auch in Zukunft behaupten wollen. Wir ste- hen für Qualitätsführerschaft, für in- novative Technologie. Wir treiben Digitalisierung und Automatisierung in der Produktion voran. Die ist heute mehr denn je auch zukunftsentschei- dend für unsere Kunden. Um unseren Anspruch wirtschaftlich umsetzen zu können, müssen wir in unseren Un- ternehmen eine sinnvolle Allokation von Produktionsleistung herstellen. Wir müssen unsere Produktionskapa- zitäten in Europa anpassen und gleichzeitig in unseren Wachstums- märkten stärker präsent sein und den Marktlogiken vor Ort folgen. Das gilt vor allem für Asien und die USA!“. Europa und China sind die Treiber der Transformation hin zu nachhalti- geren Produktions- und Materialkreis- läufen. Der ökologische Gedanke steht nicht mehr allein im Fokus, Kunststoffrecycling entwickelt sich zu einem zentralen Hebel für mehr Resi- lienz, da es die Abhängigkeit von fos- silen Rohstoffen reduziert und lang- fristig Versorgungssicherheit schafft. Regulatorische Anforderungen in beiden Regionen werden diese Ent- wicklung zusehends verstärken und die notwendigen Impulse in die noch schwächelnde Konjunktur beim Kunststoffrecycling geben. Die internationale Aufstellung der Branche bleibt ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. VDMA-Mitglieds- unternehmen betreiben weltweit über 2.600 Auslandsniederlassungen – teil- weise mit Produktion – in wichtigen Märkten wie China, Indien und den USA. Ergänzt wird dies durch ein Netz internationaler VDMA-Büros, die die Unternehmen vor Ort unterstützen. „Die Branche bewegt sich in einem herausfordernden Umfeld, zeigt aber gleichzeitig ihre hohe Anpassungsfä- higkeit und globale Aufstellung“, be- tont Verena Thies, Vize-Präsidentin des VDMA. „VDMA-Mitgliedsunter- nehmen und Verband bilden ein star- kes, weltumspannendes Netzwerk, das Wissen bündelt und regionale Märkte gezielt erschließt.“ Investitionen in Recyclingkapazitäten fließen. Diese Schere zwischen regu- latorischem Anspruch und industriel- ler Realität ist Ausgangspunkt des neuen VDI ZRE-Kurzpapiers „Kreis- laufwirtschaft und Ressourceneffi- zienz in der kunststoffverarbeitenden Industrie”. Kunststoffverpackungen müssen ab 2030 bis zu 35 Prozent recyceltes Ma- terial enthalten, so sieht es die EU- Verpackungsverordnung (PPWR) vor. Gleichzeitig prognostizieren Studien bereits heute eine Versorgungslücke von bis zu 860.000 Tonnen Kunst- stoffrezyklat, selbst wenn erhebliche Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffbranche – Potenziale konsequent nutzen
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