Extrusion 5-2026

Extrusion 5/2026 Was ist Ihnen in Ihrer Zusammenarbeit im Vorstand besonders wichtig? Uns ist es wichtig, offen und vertrauensvoll miteinander umzugehen und uns gegenseitig den Rücken zu stärken. Wir arbeiten als Team – immer miteinander und nie ge- geneinander. Das gemeinsame Ziel und die Verantwortung für das Unternehmen haben bei uns oberste Priorität. Diese Haltung schafft eine Arbeitsatmosphäre, in der wir konstruktiv diskutieren können und gemeinsam bessere Entscheidungen treffen. Wohin soll sich das Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln? In den kommenden drei bis fünf Jahren wollen wir gezielt neue Märkte erschließen und unsere Position weiter aus- bauen. Dabei entwickeln wir uns vom klassischen Maschi- nenbauer hin zu einem umfassenden Lösungsanbieter. Unser Anspruch ist es, eine große technologische Vielfalt abzudecken, die Lieferumfänge entlang vor- und nachge- lagerter Prozessschritte zu erweitern und diese durch Dienstleistungen, vor allem in der Automatisierungstech- nik und bei digitalen Lösungen, zu ergänzen. Für unsere Kunden wollen wir zudem Partner für die Umsetzung von Prozessen über den gesamten Lebenszy- klus hinweg sein. Wofür soll das Unternehmen ku ‑ nftig stehen – über Produkte/Zahlen hinaus? Da sind zum einen unsere Unternehmenswerte wie Ver- trauen, Verantwortung, Wertschätzung, Leidenschaft und Qualität, die das Fundament unserer täglichen Zusam- menarbeit bilden. Darüber hinaus ist Innovation fest in unserer Unterneh- mensstrategie verankert. Wir denken Innovation ganzheit- lich, also auch in Technologien, Prozessen und Arbeits- weisen. Gleichzeitig bekennen wir uns klar zur Nachhaltigkeit. Das bedeutet für uns, unseren CO 2 -Fußabdruck kontinu- ierlich zu reduzieren, mit unseren Produkten einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt zu leisten und dabei auf lang- fristige, tragfähige Entwicklungen zu setzen statt kurzfristi- ger Effekte. Bei all dem bauen wir auf eigene Wertschöpfung. Vielen Dank für das Gespräch. 35 Fiel es Ihnen leicht, die Hosokawa Alpine, die Sie ja beide gut kennen, plötzlich aus der Vorstandssicht zu sehen? Unsere langjährige Tätigkeit im Unternehmen und die Er- fahrung aus unterschiedlichen Funktionen bilden eine sehr gute Grundlage für die Arbeit im Vorstand. Sie erleichtern das Verständnis für Strukturen, Abläufe und die Organisa- tion insgesamt. Gleichzeitig bringt die Vorstandsperspek- tive einen neuen Blick auf Themen und Bereiche mit sich, mit denen wir zuvor weniger eng befasst waren. Das Un- ternehmen ist unser berufliches Zuhause, das wir sehr gut kennen. Die Aufgabe besteht darin, den Blick bewusst zu weiten, die strategische Gesamtperspektive einzunehmen und dabei die vielfältigen Erfahrungen aus den bisherigen Stationen gezielt einzubringen. Was waren die größten Herausforderungen in den ersten 100 Tagen? Die ersten 100 Tage waren stark von externen, nicht vor- hersehbaren Einflüssen geprägt. Geopolitische Entwick- lungen, wie etwa der Krieg im Iran, haben spürbare Auswirkungen auf zentrale Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gilt es, in diesem anspruchsvollen Umfeld unsere strategische Neuausrichtung konsequent voranzu- treiben und parallel kurzfristige Maßnahmen umzusetzen. Diese Balance zwischen langfristiger Perspektive und ope- rativer Handlungsfähigkeit war undist besonders heraus- fordernd. Hinzu kommt eine hohe interne Komplexität, die wir gezielt reduzieren müssen, um Entscheidungswege zu vereinfachen. Welche Weichenstellungen haben Sie bewusst früh vorgenommen? Ein zentraler Schwerpunkt lag von Beginn an auf der Ent- wicklung einer klaren Unternehmensstrategie und auf der Implementierung des dazugehörigen Prozesses, der si- cherstellt, dass diese Strategie im Alltag wirksam umge- setzt wird. Darüber hinaus haben wir frühzeitig den Ausbau der in- ternen Kommunikation vorangetrieben und uns der Wei- terentwicklung unserer Führungs‑ und Unternehmens- kultur zugewendet. Ein weiterer Fokus lag und liegt auf der kontinuierlichen Verbesserung des Arbeitsumfelds sowie auf der Steigerung von Effizienz. Wie definieren Sie gute Fu ‑ hrung in der aktuellen Situation des Unternehmens? Gute Fürrung bedeutet für uns vor allem Transparenz und Vertrauen. Offenheit und gegenseitiger Respekt sind in der aktuellen Situation besonders wichtig, um Orientie- rung zu geben und Sicherheit zu schaffen. Unser Anspruch ist es, alle mitzunehmen und das Unternehmen gemein- sam auf ein klares Ziel auszurichten. Führung so leben, dass sie Vertrauen schafft – klar in der Sache, offen im Dia- log und verbindlich im Handeln. ► Hosokawa Alpine AG www.hosokawa-alpine.com

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