Extrusion 4-2026

14 Branche Intern ► SKZ – Das Kunststoff-Zentrum Jonathan Lambers, j.lambers@skz.de dividuell zusammenzustellen. Durch die Aktualisierung der regulatorischen Vorgaben im Rahmen der Omnibus- Verordnung dürfen größere Unter- nehmen künftig nur noch solche Nachhaltigkeitsinformationen von ihren Zulieferern anfragen, die auch im VSME-Nachhaltigkeitsbericht ent- halten sind. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das einen deutlichen Effizienzgewinn: Statt um- fangreiche Einzelanfragen ihrer Kun- den zu beantworten, können sie einfach auf ihren VSME-Bericht ver- weisen, in dem alle relevanten Infor- mationen gebündelt vorliegen. KMU, die intern bereits entsprechende Strukturen zur Datenerhebung aufge- baut und ihre Kennzahlen systema- tisch im VSME-Format dokumentiert haben, sind damit bestens vorbereitet. Der VSME-Standard gliedert sich in Module aus den Bereichen „Allgemei- nes“, „Umwelt“, „Soziales“ und „Unter- nehmensführung“. Neben elf Basis- Modulen stehen neun erweiternde Comprehensive Module zur Verfü- gung. Insgesamt umfasst der Stan- dard rund 40 Datenpunkte in den Basis-Modulen sowie 33 in den Com- prehensive Modulen. Im Gegensatz zur aufwendigen doppelten Wesent- lichkeitsanalyse der CSRD-Berichter- stattung gilt beim VSME ein deutlich Auch ohne gesetzliche Pflicht kann ein Nachhaltigkeitsbericht für KMU zum entscheidenden Wettbewerbs- vorteil werden. Der freiwillige VSME- Standard hilft, Anfragen großer Geschäftspartner effizient zu beant- worten und Transparenz in der Liefer- kette zu schaffen. Das Kunststoff- Zentrum SKZ unterstützt Unterneh- men dabei umfassend – von der Ana- lyse relevanter Kennzahlen bis zur fertigen Dokumentation. Am 24. Februar 2026 hat der EU-Rat das Omnibus I-Paket final verabschie- det und damit die Unsicherheit in Bezug auf die Nachhaltigkeitsbericht- pflicht beendet. Ab einer Unterneh- mensgröße von 1000 Mitarbeitenden bzw. ab einem Nettoumsatzerlös von 450 Mio. Euro ist ein Nachhaltigkeits- bericht für Unternehmen verpflich- tend. Diese Unternehmen benötigen nun Nachhaltigkeitsinformationen über ihre eigenen Aktivitäten aber auch über die ihrer Lieferkette. Klei- nen und mittleren Unternehmen (KMU) ist mit dem freiwilligen Be- richtsstandard VSME ein Schutzschild in die Hand gegeben worden, um mit den Nachfragen ihrer großen Ge- schäftspartner effizient umzugehen. Das Omnibus I-Paket verringert so den Kreis der betroffenen Unterneh- men um circa 90 Prozent, misst aber gleichzeitig der freiwilligen Nachhal- tigkeitsberichterstattung (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs (VSME)) einen höhe- ren Stellenwert zu. Obwohl der Nach- haltigkeitsbericht freiwillig ist, wird er zu einem strategischen Vorteil, quasi einem „Schutzschild“, vor dem „Trickle-down-Effect“. Denn viele ver- pflichtete Unternehmen verlangen in- zwischen Nachhaltigkeitsinformatio- nen von ihren Zulieferern, um eigene Berichts- und Nachweispflichten erfül- len zu können. In der Praxis erfolgte dies meist mittels umfassender Um- fragen, die an das Nachhaltigkeitsma- nagement bzw. die Geschäftsführung gerichtet werden. Diese haben dann alle Hände voll zu tun, um die benöti- gen Daten intern zu sammeln und in- Freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht als Bürokratie-Schutzschild einfacherer Ansatz: Für einzelne Indi- katoren greift lediglich ein „if applica- ble“-Prinzip. Das Regionale Kompetenzzentrum KARE erstellt VSME-Nachhaltigkeits- berichte für kunststoffverarbeitende und Recycling-Unternehmen. Die bis- herigen Erfahrungen zeigen, dass sich die erforderlichen Daten für die rund 20 Module effizient erheben lassen – beispielsweise aus bereits bestehen- den ISO-Zertifizierungen. Das SKZ un- terstützt Unternehmen dabei umfas- send: von der Analyse relevanter Kennzahlen über die Strukturierung der Inhalte bis hin zur fertigen Doku- mentation gemäß VSME-Standard. „Gerade für kleine und mittelstän- dische Unternehmen bietet ein eige- ner Nachhaltigkeitsbericht die Chan- ce, sich sowohl organisatorisch als auch kommunikativ professionell auf- zustellen, eigene Leistungen heraus- zuheben und gleichzeitig den Auf- wand bei Kundenanfragen erheblich zu reduzieren“, erklärt Jonathan Lam- bers, Gruppenleiter Transformation der Kunststoffindustrie am SKZ. Interessenten für ein Unterstüt- zungsangebot werden gebeten, sich direkt an Jonathan Lambers zu wen- den. Das Kunststoff-Zentrum SKZ unterstützt Unternehmen bei der Erstellung strukturierter Nachhaltigkeitsberichte nach VSME-Standard (Foto: KI-generiert)

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