Extrusion 3-2026
rung für die Sortierung lebensmitteltauglicher Kunststoffe erhalten. Der Betreiber Swedish Plastic Recycling sortiert derzeit PET-Flaschen, PET-Trays und PS-Verpackungen aus getrennter Haushaltssammlung – vollständig rückverfolg- bar von der Sammlung über die Sortierung bis zur Aufbe- reitung. Im Forschungsprojekt CRISP wird bereits an der lebensmitteltauglichen Aufbereitung von PE und PP gear- beitet. Parallel investieren Materialhersteller gezielt in zertifi- zierte Rezyklate. Interpack-Aussteller WIS Kunststoffe bie- tet rPE- und rPP-Materialien mit FDA-Zulassung für den direkten Lebensmittelkontakt an. Die Materialien erfüllen bereits die PPWR-Anforderungen für 2030 und sollen Ver- packungsherstellern Planungssicherheit geben. Einen an- deren technologischen Ansatz verfolgt Mopack. Die Polyolefin-Feinschrumpffolien der eco+35-Serie enthalten 35 Prozent chemisch recyceltes PCR. Es wird auf moleku- larer Ebene gereinigt und neu polymerisiert und erreicht eine hohe Homogenität – mit klarer Optik, neutralem Ge- ruch und stabiler Maschinengängigkeit. Seit März 2025 liegt für die Folien eine DEKRA-Zulassung für den direkten Lebensmittelkontakt vor. Verpackungskonzepte neu gedacht : Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur imMaterial, sondern auch im Design der Ver- packung selbst. GEA demonstriert dies mit einer neu ent- wickelten Mehrkammerverpackung für Aufschnitt. Zwei separat versiegelte Frischekammern erlauben portions- weises Öffnen und senken den Kunststoffverbrauch um mehr als 70 Prozent gegenüber klassischen Blisterverpa- ckungen. Möglich wird dies durch den stabilisierenden Kammeraufbau und eine Folienstärke von nur 50 µm. Pro- duziert wird die Verpackung auf einer vollautomatischen Linie mit GEA PowerPak-Thermoformer, MegaSlicer und ShingleLoader. Auf der kommenden interpack zeigen Maschinenbauer in den Düsseldorfer Messehallen, wie sie ihre Systeme zu- nehmend auf recyclingfähige Materialien ausrichten. Ulma Packaging entwickelt Flowpack- und Traysealer-Lösungen für Monomaterialien sowie papier- und kartonbasierte Trays. So verarbeitet die vertikale Hochleistungsmaschine VTC 800 geschnittene Salate und Gemüsemischungen voll- automatisch – bei hoher Ausbringung und mit recyclingfä- higen Monomaterialien. Auch Multivac kombiniert nachhaltige Verpackungslö- sungen mit hoher Automatisierung. Eine neue Traysealer- linie für Fertiggerichte versiegelt beispielsweise Karton- trays mit dünner, recyclingfähiger Folie unter Schutzatmo- sphäre. Ergänzt wird die Linie durch KI-gestützte Inspekti- onssysteme, Etikettenkontrolle und Cobots für das automatische Stapeln. Nachhaltige Lösungen gemeinsam entwickeln : Parallel treiben Papier- und Faserlösungen den Wandel voran. Sappi Europe hat zwei recycelbare Hochbarrierepapiere mit Sauerstoff-, Fett- und Wasserdampfbarrieren entwi- ckelt, die für den direkten Lebensmittelkontakt geeignet sind. Das heißsiegelfähige Guard Pro OHS eignet sich für Flow-Wraps, Sachets, Pillow Bags und Doypacks, während Guard Pro OMH für Kaltsiegelanwendungen konzipiert wurde. ► Messe Düsseldorf GmbH www.interpack.de Extrusion 3/2026 Aluminiumlaminate ersetzen UPM Specialty Papers und Royal Vaassen durch ein faserbasiertes Barrierepapier für die Verpackung von Kaffee, Brühe oder Schokolade. Als Trägermaterial für Barryrwrap dient das Verpackungspa- pier UPM Solide Lucent. Es ist glatt, dicht und zugleich sta- bil, sodass geringe Beschichtungsgewichte genügen. Heidelberg hat gemeinsammit Solenis ein Verfahren für Barrierebeschichtungen auf flexiblen Papierverpackungen entwickelt, die ebenfalls für Lebensmittel geeignet sind. Der Druckmaschinenhersteller hat dazu die Solenis-Tech- nologie in den Rollen-Flexodruckprozess mit seiner Board- master integriert. Die Barrieren werden im laufenden Prozess ausschließlich an den notwendigen Stellen regi- stergenau auf die Papierbahn übertragen. Nachhaltig verkleben : Auch scheinbar nachgelagerte Komponenten werden zum Nachhaltigkeitsfaktor. Jowat senkt mit energieeffizienten Schmelzklebstoffen den Ener- giebedarf im Kartonverschluss in der Lebensmittel- und Tiefkühlindustrie. Ein neuer Jowatherm-Klebstoff eignet sich durch seine niedrige Schmelztemperatur für tempe- raturempfindliche Produkte wie Schokolade, während ein weiterer für den Einsatz im Tiefkühlbereich entwickelt wurde. Wie Lebensmittel heute nachhaltig, sicher und zukunfts- orientiert verpackt werden, zeigen zahlreiche internatio- nale Aussteller auf der interpack vom 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf . 31 UPM testet faserbasierte Barrierepapiere für neue Anwendungen (Bild: UPM) Die Schrumpf- folien von Mopack enthalten einen Anteil chemisch recyceltes PCR (Bild: Mopack)
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