Extrusion 7-2026
Extrusion 7/2026 Recycling 63 ► Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicher- heits- und Energietechnik UMSICHT www.umsicht.fraunhofer.de (© Syschemiq) ausforderung dar, da sie nicht zusam- men recycelt werden können. Das Produktdesign spielt ebenso eine große Rolle, da bestimmte Verpackun- gen unterschiedliche Plastikarten um- fassen und von Verbrauchenden getrennt sortiert werden müssten, wie zum Beispiel Aluminium-Deckel und Polypropylen (PP)-Gefäß eines Joghurtbechers. Mehr als 85 Prozent der gemischten Kunststoffabfälle gehen in der EU derzeit verloren. Daher sind EU-weit kreislauforien- tierte Systemlösungen auf regionaler Ebene entlang der gesamten Wert- schöpfungskette notwendig, um die- ses Potenzial auszuschöpfen. Im Projekt Syschemiq konnten nun für das Dreiländereck Deutschland, Belgien, Niederlande übertragbare Konzepte zur Sortierung von Plastik- müll, Ansätze für chemisches Recy- cling sowie Strategien für skalierbare Kreislauflösungen entwickelt werden. Auch partizipative Elemente zur Ein- beziehung der Konsument*innen waren Teil des Projekts. Insbesondere am Brightlands Chemelot Campus bringen Partner diese Ergebnisse nun weiter zur Anwendung. Studie zum Verbraucherverhalten : Fraunhofer UMSICHT erstellte eine Studie und ein Tool, das erstmals Kon- sumverhalten und Recyclinggewohn- heiten systematisch in die Ökobilan- zierung integriert (“Design for Recy- cling”). “Die Studie bezieht das Verbrau- cherverhalten in die Ökobilanz (LCA) ein, um die Umweltauswirkungen von Joghurtverpackungen unter Berück- sichtigung verschiedener Designvari- anten und Entsorgungsszenarien zu bewerten”, erläutert Dr. Anna Kerps, Projektmitarbeitende von Fraunhofer UMSICHT. Zentrale Empfehlungen für das Produktdesign waren beispiels- weise, dass immer größere Portions- größen zu bevorzugen sind, um den Materialverbrauch pro Kilogramm Joghurt zu senken; einfache PP-De- ckelfolien in Kombination mit PP-Be- chern zu verwenden und auch klare, gut sichtbare Trennanweisungen und einheitliche Recycling-Symbole bereit- zustellen, um die Sortiergenauigkeit zu verbessern. Zudem analysierten die Forschen- den den Status quo bei der Erfassung und Sortierung von Verpackungsab- fällen in Deutschland – als Grundlage, um diese Prozesse zu optimieren (“Collection & Sorting”). Um das Kon- sum- und Entsorgungsverhalten zu untersuchen, richteten sie ein “City Lab” ein, in dem Bürger*innen direkt eingebunden wurden und Bildungs- formate für Schulen rund um das Thema Recycling entwickelt wurden. Im Podcast erläutert Dr. Anna Kerps nun, was zum Beispiel die größten Hindernisse bei Recyclingketten sind, welche Vorteile Kunststoff gegenüber Glas oder Pappe aufweist und wie Konsument*innen auf unterschiedli- che Produktverpackungen reagieren. Strategische Expansion in Katalonien erhöht Resilienz, Skaleneffekte und Kreislauffähigkeit in Europa sechs hochmoderne mechanische Kunststoffrecyclinganlagen, darunter die bestehenden Standorte in Hörstel und Eisfeld (Deutschland), Piacenza (Italien) sowie Tence und Saint-Pal-de- Mons (Frankreich). Zusammen bieten diese Werke eine zuverlässige Versor- gung mit hochwertigen Rezyklaten und erreichen eine kombinierte Recy- clingkapazität von 175.000 Tonnen pro Jahr über alle Materialströme hin- weg. Das Portfolio umfasst die voll- ständige Bandbreite des LDPE-, HDPE- und PP-Recyclings. Für GreenDot ist die Integration von Anviplas Spanien mehr als eine ope- rative Erweiterung: Sie ist ein gezielter Schritt zur Stärkung der europäischen Recyclinginfrastruktur in einer Phase, Kurz nach der Integration der fran- zösischen RG Group geht GreenDot den nächsten strategisch wichtigen Schritt beim Aufbau einer paneuro- päischen Recyclingplattform: Mit der Übernahme von Anviplas Spanien, einem seit Jahrzehnten etablierten Spezialisten für LDPE-Recycling mit Sitz in Navarcles, Katalonien, erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten im Bereich hochwertiger LDPE-Rezy- klate deutlich. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 30.000 Ton- nen und stärkt damit GreenDots Fä- higkeit, LDPE-Rezyklate in hoher Qualität für europäische Verarbeiter und Markenhersteller zu sichern und zu skalieren. GreenDot betreibt nun insgesamt
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