Extrusion 7-2021

70 kompakt Extrusion 7/2021 ➠ Fraunhofer IAP www.iap.fraunhofer.de Rolle-Verfahren. Die Herausforderungen und Anwendungsgebiete sind dabei aber äußerst divers. Im Netzwerk nutzen wir diese Synergien und generieren neu- artige Lösungen. Zudem unterstützen wir Firmen bei der Implementierung der Technologie in den Produktionsprozess”, erklärt der Koordinator des R2R-Nets, Prof. Christian Oehr vom Fraunhofer-Ins- titut für Grenzflächen- und Bioverfah- renstechnik IGB. Dr. Andreas Holländer, Oberflächenex- n Für eine klimaneutrale Wirtschaft müssen alle Möglichkeiten genutzt wer- den, um Energiebedarfe zu reduzieren und Ressourcen effizient zu nutzen. Hocheffiziente industrielle Prozesse sind dabei ein zentraler Baustein. Dafür ent- wickeln 18 europäische Partner aus In- dustrie und Forschung im Netzwerk R2R- Net in der Produktion vielseitig einge- setzte Rolle-zu-Rolle-Anlagen und -Ver- fahren weiter. Firmen profitieren von den Expertisen, vom Support bei Scale-up und Produktionseinführung und vom fachlichen Austausch. Rolle-zu-Rolle (R2R)-Verfahren, werden genutzt, um flexible Materialien wie Po- lymerfolien, Membranen, Textilien, ultra- dünnes Glas oder Metallbänder zu be- schichten oder zu modifizieren. Ihre Oberflächeneigenschaften sind oft für die Funktion verschiedenster Produkte entscheidend. Um industrielle Produkti- onsprozesse noch effizienter zu gestal- ten, entwickeln Forscher*innen des euro- päischen Netzwerks für Rolle-zu-Rolle- Oberflächentechnologien, R2R-Net, Tech- nologien, die während des kontinuierli- chen R2R-Prozesses die entsprechenden Oberflächen verändern. “Alle Partner im Netzwerk haben eine Gemeinsamkeit: Sie nutzen das Rolle-zu- Effiziente Rolle-zu-Rolle-Produktionstechnologie für mehr Klimaneutralität perte am Fraunhofer-Institut für Ange- wandte Polymerforschung IAP ergänzt: “Durch den Einsatz effizienter Beschich- tungs- und Modifizierungsprozesse für Rolle-zu-Rolle-Verfahren können bei der Produktion Zeit, Material und Energie gespart werden – sogar dann, wenn am Ende Teile ausgeschnitten werden, um sie im Produkt einzubauen/einzusetzen.” Rolle-zu-Rolle-Verfahren werden in verschiedensten Produktionsprozessen eingesetzt. Im Netzwerk R2R-Net treiben Partner aus Forschung und Industrie die Klimafreundlichkeit der Prozesse voran (© Fraunhofer IAP, Foto: Armin Okulla) Die Prüfungen an Faserverbundwerkstof- fen sind in der internationalen und natio- nalen Normung (ISO, ASTM, EN, DIN) so- wie in firmeneigenen Regelwerken von Airbus (AITM) und Boeing (BSS) beschrie- ben. Darüber hinaus werden die Lamina- te üblicherweise auch in den realen Ab- messungen der späteren Bauteile cha- rakterisiert. Im Flugzeugbau führt dies zu Probekörpern mit sehr großen Abmes- sungen, die entsprechend große Prüf- kräfte erfordern. Ein Beispiel dafür ist die Airbus Norm AITM 1.0008, die mit der n Mechanische Eigenschaften von Faser- verbundwerkstoffen werden für jede Be- anspruchungsart mit speziell dafür ent- wickelten Prüfmethoden charakterisiert. Je nach Faseraufbau kommen Zug-, Druck-, Biege- und Scherprüfungen in unterschiedlichen Ausprägungen zum Einsatz. ZwickRoell hat für diesen Zweck ein modulares Prüfmaschinenkonzept entwickelt, das jetzt auch für Prüfkräfte bis 600 kN zur Verfügung steht und da- bei Prüftemperaturen von -55 °C bis +350 °C erlaubt. Modulares 600 kN Prüfsystem für Faserverbundwerkstoffe Probekörperdimension A3 Druckprüfun- gen bis 500 kN beschreibt. ZwickRoell hat für diesen Zweck hydrau- lische Zug-Probenhalter so modifiziert, dass zusätzliche Druckprüfungen mög- lich sind. Neben der Lasteinleitung durch Klemmung (shear-loading) ist auch das „combined loading“ möglich, bei dem der Probekörper zusätzlich an den Stirn- seiten abgestützt wird. Die exakte Aus- richtung des Probenhalters wurde im Rahmen von Alignment-Messungen nach Nadcap AC 7122 und die Einhal-

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