Extrusion 6-2026

Extrusion 6/2026 kompakt 43 ► Fraunhofer CCPE www.ccpe.fraunhofer.de rung über die Folienextrusion bis hin zur Verpackungsentwicklung – zeigen die Ergebnisse, dass sich die Eigen- schaften von PBSA/PLA-Blends gezielt für die Material- und Prozessentwick- lung einstellen lassen. Damit wird es möglich, das Substitutionspotenzial gegenüber etablierten Materialien wie High-Density Polyethylen (HDPE) dif- ferenziert zu bewerten und anwen- dungsspezifisch auszulegen. Da die Verarbeitung auf industrienahen An- lagen erfolgte, sind die gewonnenen Erkenntnisse direkt auf reale Produk- tionsbedingungen übertragbar und bieten eine belastbare Grundlage für Entwicklungsentscheidungen. Neue Ergebnisse aus dem Fraunho- fer Cluster of Excellence Circular Plas- tics Economy CCPE zeigen, wie sich kommerzielle PBSA/PLA-Blends durch industrielle Verarbeitungsprozesse gezielt einstellen und für flexible Fo- lienanwendungen nutzbar machen lassen. Damit eröffnen sich konkrete biobasierte Alternativen zu petroche- mischen Kunststoffen. Vor dem Hintergrund steigender re- gulatorischer Anforderungen, wach- sender Nachhaltigkeitsziele und zunehmenden Drucks zur Defossili- sierung rücken biobasierte und po- tenziell biologisch abbaubare Mate- rialien verstärkt in den Fokus der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist dabei nicht allein die Wahl des Mate- rials, sondern insbesondere das Zu- sammenspiel von Verarbeitung, Struktur und resultierenden Eigen- schaften. Wissenschaftlerinnen und Wissen- schaftler des Fraunhofer CCPE unter- suchten systematisch den Einfluss von Verarbeitung und Materialzusam- mensetzung auf die Eigenschaften von PBSA (Polybutylensuccinat-co-adi- pat)-/PLA (Polymilchsäure)-Blendfo- lien. Kunststoff-Blends für anwendungs- spezifische Eigenschaftsprofile : Die Stu- die zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Verarbeitung, Mikrostruktur und mechanischem Verhalten. Sowohl Flachfolien als auch Blasfolien weisen auf der Mikroskala eine lamellenartige Blendmorphologie auf, unterscheiden sich jedoch auf der Nanoskala. In Flachfolien führt die Verarbeitung zu einer Orientierung der teilkristallinen PBSA-Strukturen, während in Blasfo- lien keine vergleichbare kristalline Vor- zugsorientierung zu beobachten ist. Die beiden untersuchten Folientypen decken damit einen breiten Bereich an Steifigkeit und Festigkeit ab und errei- chen Eigenschaftsniveaus, die zur Sub- stitution typischer Polyolefine relevant sind. Gezielte Eigenschaftseinstellung für industrielle Anwendungen : Für Unter- nehmen entlang der Wertschöp- fungskette – von der Compoundie- Neue Perspektiven für biobasierte Folienanwendungen Flachfolienextrusion eines biobasierten Blends aus PBSA/PLA im Verarbeitungstechnikum Schwarzheide am Fraunhofer IAP (© Fraunhofer IAP) Gleichzeitig wird deutlich, dass für eine breite industrielle Anwendung weitere Entwicklungen erforderlich sind, um die konkreten Anwendungen zur Marktreife zu bringen. Fraunhofer LBF und Fraunhofer IAP suchen dafür den Austausch mit Unternehmen und Partnern, die die veröffentlichten Er- gebnisse direkt nutzen oder in Folge- projekten an Themen wie Material- optimierung, Verarbeitbarkeit, An- wendungsprüfung oder Skalierung anknüpfen möchten. Prozessverständnis in die Pilot- produktion. Anwender können Pro- zessparameter unter realitätsnahen Bedingungen validieren und aussage- kräftige Materialmengen herstellen. „Von der Kleinserienfertigung bis zum Scale-up gelten dieselben Anfor- derungen: Prozessdaten müssen ver- Mit der Einführung des Brabender TwinLab B-TSE-S 30/40 für die Extru- sion im Pilotmaßstab erweitert Anton Paar sein Extrusionsportfolio über den Labormaßstab hinaus. Mit Durchsätzen von bis zu 100 kg/h überträgt der neue Doppelschnecken- extruder das im Labor gewonnene Extrusion im Technikumsmaßstab

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