Extrusion 5-2026
Extrusion 5/2026 Recycling 47 ► TOMRA Recycling www.tomra.com/de-de/ „KI war schon immer Teil der DNA von TOMRA – aber was wir jetzt betre- ten, ist eine völlig neue Phase", sagt Lars Enge, EVP und Head of TOMRA Re- cycling. „Mit dem Erwerb der Mehr- heitsbeteiligung an PolyPerception gehen wir über KI als Sortierwerkzeug hinaus – hin zu KI als zentraler Intelli- genz der Recyclinganlage. Durch die Kombination unserer fortschrittlichen Sortiersysteme und digitalen Lösungen mit der KI-Plattform von PolyPerception schaffen wir eine End- to-End-Lösung, die nicht nur Maschinen optimiert, son- dern grundlegend neu definiert, wie Anlagen betrieben werden." Erweiterung des GAINnext™-Ökosys- tems : Ergänzend zu diesen technolo- gischen Entwicklungen führt TOMRA drei neue Deep-Learning-Anwen- dungen für das GAINnext™-Ökosys- tem ein – dort, wo herkömmliche sen- sorbasierte Sortierung an ihre Gren- zen gestoßen ist. Eine dieser Anwendung adressiert die wachsende Nachfrage nach le- bensmitteltauglichen PET-Schalen als neuen Rohstoff neben Flaschen. Durch das Training von GAINnext™ auf Tausenden von Bildern kann das System nun zwischen Takeaway- oder Supermarktschalen und Verbraucher- oder Medizinverpackungen unter- scheiden – basierend auf Form und Verwendungszweck. Das Ergebnis: Reinheitsgrade von über 95 Prozent und der Beweis, dass PET-Schalensor- tierung kein technisches Problem mehr ist, sondern ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell. Ein technologischer Wendepunkt : „Diese Launches markieren einen echten technologischen Wendepunkt für die Branche", schließt Enge. „Deep Learning verbessert nicht mehr nur einzelne Prozesse oder löst immer komplexere Sortieraufgaben – es ver- knüpft Erkenntnisse direkt mit Hand- lungen innerhalb der gesamten Anlage. Wir gehen über Hochge- schwindigkeitserkennung hinaus und treten in eine neue Ära intelligenten, vernetzten Sortierens ein, in der kom- plexe Herausforderungen gelöst und Daten verstanden, kontextualisiert und direkt an den Betreiber kommu- niziert werden. Einmal mehr ist TOMRA an der Spitze der Innovation – und überführt modernste KI in ech- ten, messbaren Mehrwert für unsere Kunden." ► Business Upper Austria OÖ Wirtschaftsagentur GmbH www.biz-up.at Hochwertige PET-G-Folien : Nach dem Abfiltrieren der Schwimmfrak- tion wird das verbliebene PET-G ge- trocknet. An der Oberfläche auskris- tallisiertes Kochsalz lässt sich beim anschließenden Mischen des Mahl- guts leicht entfernen und wieder dem Prozess zuführen. Das gewonnene PET-G kann hingegen – je nach Do- siertechnik des Folienherstellers – entweder direkt als Mahlgut oder nach einem Regranulierschritt erneut zu hochwertigen PET-G-Folien extru- diert werden. Lösung für HDPE : Auch für die HDPE-Fraktion gibt fand das Projekt- team eine Lösung, berichtet Meier: „Sie enthält zwar PET-G und Druckfar- benreste, wird aber über einen Regra- nulierprozess weiter aufbereitet. Ein Teil des PET-G scheidet sich dabei über die Schmelzefiltration ab. Das verbliebene PET-G und die abgebau- ten Druckfarbenreste werden durch ein speziell entwickeltes Additiv-Paket kompatibilisiert und REACH-konform gemacht.“ Das Ergebnis: eine rezy- klierte HDPE-Fraktion, die sich erneut zur Herstellung von Folien eignet. Stoffliches Recycling stößt bei Mate- rialverbunden oft an seine Grenzen – chemisches Recycling oder thermi- sche Entsorgung schienen die einzigen Optionen. Das Projekt „ BlisterCycle “ hat nun eine Lösung gefunden: PET-PE- Verbunde werden in ihre Komponen- ten getrennt und wieder kreislauffähig gemacht. Der Kunststoff-Cluster (KC) hat das Projekt begleitet. Im Zentrum steht ein typischer Ver- packungsblister: transparentes PET-G kombiniert mit einer bedruckten, ab- reißbaren HDPE-Siegelfolie. Nach dem Schreddern der Blister zu einem Mahlgut mit 6 bis 10 mm Kantenlänge erfolgt der entscheidende Schritt – eine Schwimm-Sink-Trennung in einem Salz-Wasser-Gemisch mit einer Dichte von 1,19 g/cm³. Diese ent- spricht einer rund 25 %-igen Koch- salzlösung. „Damit kann PET-G sortenrein in der Sinkfraktion abge- schieden werden. Auch verbleibende Verbundpartikel aus PET-G und HDPE landen gemeinsam in der Schwimm- fraktion“, erklärt Projektkoordinator Hannes Meier vom Beratungsunter- nehmen M2 Consulting. PET-Verbunde bereit für den Kreislauf Dieses Projekt wird aus Mitteln der oö. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #up- perVISION2030 vom Land OÖ gefördert. Projektpartner: • M2 Consulting GmbH (Projektkoordinator), Hartkirchen • Takeda Austria GmbH, Linz • Industrietechnik Filzwieser GmbH, Gaflenz • Dikatech GmbH, Wippenham • TCKT – Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH, Wels Projektkoordinator Hannes Meier vom Beratungsunternehmen M2 Consulting GmbH (Fotocredit: © M2 Consulting GmbH)
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