Extrusion 3-2026
Folge 100 – Mo erklärt: Beim asynchronen Dosieren werden die Materialkomponenten einer Rezeptur unabhängig vom Maschinenzyklus „portionsweise“ dosiert, weshalb ein nach- geschalteter aktiver Mischer erforderlich ist. Volumetrische Dosiersysteme arbeiten entweder asyn- chron oder synchron. Beide Verfahrensprinzipien lassen sich mit der Verfahrensvariante „Dosierung aller Kompo- nenten“ oder mit der Verfahrensvariante „freier Einlauf der Hauptkomponente“ kombinieren. Beim asynchronen Dosieren in der Variante „Dosierung aller Komponenten“ werden alle Materialien einer Rezep- tur von den jeweiligen Dosierstationen demMischer zuge- führt. Das heißt, die Materialkomponenten einer Rezeptur werden unabhängig vomMaschinenzyklus “portionsweise” dosiert, weshalb ein nachgeschalteter aktiver Mischer er- forderlich ist. Die Dosiergeräte arbeiten ohne steuerungstechnische Verbindung zur Verarbeitungsmaschine. Eine Sonde imMi- scher startet beziehungsweise stoppt den Dosierzyklus entsprechend des Materialpegels. Die Dosiergeräte laufen so lange, bis die Sonde wieder bedeckt und der letzte Do- sierzyklus vollständig beendet ist. Eine Alternative ist die Variante „Dosierung mit freiem Einlauf der Hauptkomponente“. Sie wird vielfach für das Zudosieren von ein bis zwei Nebenkomponenten (Additi- ven) eingesetzt. Bei diesem Konzept steht die Hauptkom- ponente (Granulat) permanent über dem freien Einlauf im Mischtrichter an. Zu berücksichtigen ist, dass sich der Ma- terialfluss im freien Einlauf nicht beeinflussen lässt. Als wesentliche Information benötigt die Steuerung den Extruderdurchsatz und die Schneckendrehzahl. Damit be- rechnet sie, wie viel Material der Nebenkomponenten der Hauptkomponente zudosiert werden muss. Ausgelöst wird der Dosierzyklus durch ein geeignetes Signal der Maschi- nensteuerung. Gegenüber der Variante „Dosierung aller Komponenten“ hat diese Variante den Vorteil, dass eine Dosierstation we- niger benötigt wird, ohne dass sich die Dosiergenauigkeit verringert. Beim Mischen sind die Schüttguteigenschaften der Ma- terialien zu berücksichtigen. So kann es durch das Mischen von Materialien unterschiedlicher Schüttdichte zu Entmi- schungen kommen. Teilweise verhindern lässt sich das durch gezieltes Ein- und Abschalten des Mischers und entsprechend einge- stellte Mischernachlaufzeiten. Wichtig ist ein ausreichend großer Mischtrichter, damit einerseits die Zusammenstellung der Rezepturbestand- teile über mehrere Dosierzyklen erfolgen kann und um ge- Serie mit Tipps und Tricks Extrusion 3/2026 36 Was kennzeichnet volumetrische asynchrone Dosiersysteme? Beim asynchronen Dosieren ist prinzipiell ein nachgeschalteter aktiver Mischer (M) erforderlich Volumetrisches Dosiergerät für zwei Komponenten (Bilder: motan) M
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