Extrusion 2-2026

Folge 99 – Mo erklärt: Bei volumetrischen Dosierverfahren erfolgt keine Messung der ausgetragenen Masse, weshalb ein Zusammenhang zwischen dem Fördervolumen des Do- sierorgans und der dosierten Masse herzustellen ist. Weil volumetrische Dosiersysteme die ausgetragene Masse nicht wiegen, müssen sie für jedes zu dosierende Gut manuell kalibriert werden. Ziel der Kalibrierung ist es, die Masse des ausgetragenen Dosiergutes über einen definierten Zeitraum bei einer de- finierten Drehzahl des Dosierorgans zu bestimmen. Das ermöglicht es der Steuerung, die exakten (Masse-) Ver- hältnisse der geforderten Rezeptur zu dosieren. Die Steue- rung berechnet also wie viel Volumen jeder Komponente dosiert werden muss, um die benötigte Gesamtmasse zu erhalten. Voraussetzung für eine aussagekräftige Kalibrierung ist die richtige Auswahl und Auslegung der Dosierorgane hin- sichtlich des zu verarbeitenden Materials sowie der erfor- derlichen Durchsatzleistung. Nur wenn Dosierorgane in den Grenzen ihrer minimalen und maximalen zulässigen Durchsatzleistungen betrieben werden, ist der Kalibrier- wert repräsentativ. Für die Kalibrierung sind moderne Dosiergeräte in der Regel so konstruiert, dass sie sich mit wenigen Handgrif- fen umrüsten lassen, um den Materialaustrag aufzufan- gen. Wichtig ist, dass der Dosiertrichter ausreichend mit dem Dosiergut gefüllt ist. Es ist ferner darauf zu achten, dass die Volumenelemente der Dosierorgane gleichmäßig und reproduzierbar gefüllt sind. Zweckmäßig ist es daher, das ausgetragene Material der ersten ein, zwei Zyklen nicht zu berücksichtigen. Serie mit Tipps und Tricks Extrusion 2/2026 44 Weshalb müssen volumetrische Dosiersysteme kalibriert werden? Moderne Dosiergeräte wie das abgebildete Minicolor V lassen sich mit wenigen Handgriffen von der Normalstellung “geschlossen” (rechts) in die Kalibrierstellung “geöffnet” (unten) umrüsten, um den Materialaustrag aufzufangen (Bilder: motan)

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