Extrusion 2-2026

Die von Dr. Groß entwickelte, patentrechtlich geschützte, innovative GWDS-Technologie ist die erste universell einsetzbare Lösung, mit der beim Blasformen die Qualität der Form- teile weiter verbessert und gleichzeitig auch noch das Gewicht verringert werden kann. GWDS-Technologie zur Verbesserung der Qualität blasgeformter Hohlkörper – nun auch in Europa verfügbar I m Gegensatz zu der bisher verwendeten PWDS-Lösung, die nur bei größeren Formteilen verwendbar ist, unter- liegt die GWDS-Technologie keinen Einschränkungen be- züglich der Düsendurchmesser. Sie kann uneingeschränkt sowohl für Düsen eingesetzt werden, die einen Durch- messer, der kleiner als 50 mm ist, als auch für die größten Durchmesser, die zurzeit beim Extrusionsblasfomen ver- wendet werden. Die GWDS-Technologie ist somit univer- sell im gesamten Düsendurchmesserbereich einsetzbar und erlaubt es erstmals, auch bei kleinen Formkörpern die Wanddickenverteilung über dem Umfang des Vorformlings dynamisch zu beeinflussen. Aktuell wird es immer noch als Stand der Technik ange- sehen, sowohl die Düse als auch den Dorn konisch auszu- führen. Bei der GWDS-Technologie hingegen ist die Düse am Ende zylindrisch und der Dorn ist in erster Näherung zylindrisch, allerdings entsprechend den Anforderungen des herzustellenden Formteils profiliert. Der Endbereich des Dorns ist im Durchmesser kleiner als das Ende der Düse und kann nicht mehr an die Düse anstoßen. Er kann somit weit aus der Düse herausgefahren werden ( Bild 1 ). Das ermöglicht es, das Dornende, das aus der Düse her- ausgefahren ist, beliebig zu profilieren. In der herausge- fahrenen Position beeinflusst das profilierte Dornende die Wanddickenverteilung des Vorformlings nicht. Erst wenn der Dorn hochgezogen wird, verändert die Profilierung die Wanddickenverteilung über dem Umfang des Vorform- lings. So kann die Wanddicke einfach an die unterschiedli- chen Verstreckverhältnisse, die sich im Formteil ergeben, angepasst werden. Das ermöglicht es nun beim Blasformen beispielsweise die unerwünschten und störenden großen Wanddickento- leranzen, die sich an den Enden der Quetschnaht im Bo- denbereich der Formkörper ergeben, auf einfache Weise zu eliminieren. Dies ist insbesondere auch für kleine Form- körper der Fall, die vorrangig im Verpackungsbereich ver- wendet werden. Vor der Entwicklung der innovativen GWDS-Technologie besaßen kleine Formteile, die vorran- gig für den Verpackungsbereich in großen Mengen herge- stellt werden, im Bodenbereich bzw. im Quetschnaht- bereich ausnahmslos mehr oder minder störende und un- nötige Wanddickenunterschiede. Diese überflüssigen Di- ckentoleranzen lassen sich mit der GWDS-Technologie endlich vermeiden ( Bild 2 ), was automatisch zu einer Ver- kürzung der Kühlzeit und damit zu einer Erhöhung der Pro- duktivität der Blasformanlage führt. Das wird erreicht, indem die Wanddicke des Vorformlings während des Aus- trags über dem Umfang gezielt entsprechend den unter- schiedlichen Verstreckgraden, die sich beim Aufblasen des Vorformlings ergeben, verändert wird. Im letzten Jahr hat die japanische Tahara Machinery Ltd. in Chiba als erste Firma eine Lizenz zur Nutzung der GWDS- Technologie erworben. Nun haben sich auch die französi- che Cedipack in Seynod-Annecy und Dr. Groß auf einen Lizenzvertrag verständigt. Cedipack hat sich darauf spe- zialisiert, gebrauchte Anlagen mit neuester Technik auszu- Extrusion 2/2026 Blasformen, Werkzeuge Bild 1: Mehrfachkopf mit GWDS Düsen, wobei das profilierte Dornende weit aus der Düse herausgefahren ist, so dass die Profilierung nicht wirksam ist 34 Ende des weit aus der Düse herausragenden Dorns

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