Extrusion 1-2026
Grund ist, dass in der Anfangszeit und bei einfachen Systemen nur ganze Kammern als „Dosier-Einheit“ möglich waren. Je nach Ausführung können moderne Systeme mittlerweile we- sentlich genauer dosieren. Zu berück- sichtigen ist in diesem Zusammenhang dennoch, dass ein dem Durchsatz an- gepasstes Dosierorgan wesentlichen Einfluss auf die Dosiergenauigkeit hat. Bei beiden Dosierarten kann der Ma- terialaustrag „portionsweise“ oder kon- tinuierlich erfolgen. Dabei wird die Dosiermenge je Zeiteinheit vom jewei- ligen Kammervolumen und der Dreh- zahl bestimmt. Beide eignen sich für körnige und pulverförmige, frei fließende Schüttgüter sowie für sehr kleine bis mittlere Dosiermengen. Bei schlecht fließenden Materialien besteht hingegen die Ge- fahr unterschiedlicher Füllgrade, weshalb Zuführhilfen er- forderlich sind. Beide Dosierorgane kommen haupt- sächlich bei volumetrischen Dosiersystemen infrage. Passend zur benötigten Dosierleistung und den Schütt- guteigenschaften stehen unterschiedliche Scheibentypen oder Zellenräder zur Auswahl. Scheibendosierer können überdies mit einemMesser als Abstreifer ausgestattet sein, das Granulatkörner zerteilen kann, was den Füllgrad der Kammern und damit auch die Dosierkonstanz erheblich verbessert. In dieser Ausführung eignen sich Scheibendo- sierer besonders für kleine Durchsätze mit Mikrogranulat. Banddosierer bestehen aus einem Förderband mit einer Schichthöheneinstellung. Spezielle Abstreifer oder dre- hende Bürsten reinigen das Band von möglicherweise an- haftenden Materialresten. Diese Dosierer eignen unter anderem sich für rieselfähige, bruch- und temperatur- empfindliche sowie generell für alle abzugsfähigen Schütt- güter, etwa für • frei fließende Materialien, ► motan holding gmbh Konstanz, Germany www.motan-group.com, www.moscorner.com Stichworte • Dosierorgan • Dosier-Scheibe • Zellrad-, Dosierrad- oder Dosierwalze • Dosier-Schieber • Dosier-Konus • Dosier-Schnecke Extrusion 1/2026 47 Schematische Arbeitsweise von Dosierschieber, Dosierscheibe und Zellenrad (v.l.) Banddosierer • Chips und Flakes (Flocken), • Lebensmittel, • Materialien mit hoher Schüttdichte oder • leicht zerbrechlichen Materialien. Das Funktionsprinzip von Vibrationsdosierern beruht in der Regel auf dem so genannten Mikrowurfprinzip. Dazu bewegt sich das Förderorgan, meist eine Rinne, in einem definierten Wurfwinkel zu Horizontalen sowie in einer be- stimmten Frequenz und Schwingweite. Dadurch werden Teilchen des Schüttguts in Schwingrichtung schräg hoch- geworfen, fliegen entlang einer Mikrowurfparabel in För- derrichtung, setzen kurz auf und werden sofort erneut hochgeworfen, das heißt beschleunigt. Auf diese Weise entsteht bei hohen Schwingfrequenzen und kleinen Am- plituden ein kontinuierlicher Materialfluss. Vibrationsdo- sierer eignen sich für frei fließende Materialien, für verschiedenste Fasern, für eine pulsierungsfreie Zufüh- rung und bei hohen Zufuhrmengen. Für das Dosieren von Flüssigkeiten kommen Ventile oder Pumpen infrage. Vorteilhaft sind Verdrängerpumpen, deren Förderstrom unabhängig von der Strömungsge- schwindigkeit und linear abhängig von der Drehzahl ist. Pro Umdrehung oder Hubbewegung wird ein bestimmtes Volumen verdrängt. Für das Dosieren eignen sich insbe- sondere Verdrängerpumpen, deren Verdrängervolumen geometrisch genau definiert ist und die folglich auch re- produzierbar fördern. Zahnradpumpen eignen sich für Flüssigkeiten niedriger und mittlerer Viskosität. Drehkolbenpumpen, es gibt sie für beheizte und nicht beheizte Anwendungen, eignen sich für Flüssigkeiten mit niedriger und hoher Viskosität. Letzteres gilt auch für Membranpumpen.
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