Extrusion 1-2026
Folge 98 – Mo erklärt: Die Auswahl der Dosierorgane hängt vom Material, dem Dosierprinzip und dem erforderlichen Durchsatz ab. Weit verbreitet sind neben den in Folge 97 beschriebe- nen Schnecken- und Konus-Dosierorganen auch • Dosier-Schieber, • Dosier-Scheiben sowie • Zellenrad, Dosierrad- oder Dosierwalzen. Hinzu kommen in der Extrusion speziell noch Band- und Vibrationsdosieren sowie Dosiereinrichtungen für flüssige Medien. Das Funktionsprinzip der Schieber-Dosierung ist ver- gleichbar mit dem der Konus-Dosierung: Das Material fließt passiv aus dem Vorratsbehälter. Der Schieber – er steuert den Materialaustrag – kann vertikal oder horizon- tal angeordnet sein. Der Materialaustrag erfolgt kontinu- ierlich oder pulsierend, wobei der Schieberquerschnitt und die Öffnungsdauer die Dosiermenge bestimmen. Dosier- schieber kommen für körnige und pulverige, frei fließende Schüttgüter infrage. Bei schwer fließendem Dosiergut ist wegen der Gefahr einer Brückenbildung eine Zuführhilfe erforderlich. Schieber-Dosierer eignen sich für kleine bis größte Durchsätze, jedoch nur für gravimetrische Batch- Dosiersysteme. Ein synchroner Betrieb ist mit der Schie- ber-Dosierung nicht möglich, weshalb ein Mischer erfor- derlich ist. Die Verfahrensweise von Scheibendosierern und Rad-, Walzen- oder Zellrad-Dosierorganen ist vom Prinzip her identisch: Sie dosieren das Material aktiv und volumenab- grenzend (in Kammern), vergleichbar mit einem „gestri- chen vollen“ Messbecher oder -löffel. Überschüssiges Material (Schüttkegel) hält ein Abstreifer zurück. Diese Ar- beitsweise wird auch als „digital volumetrisch“ bezeichnet. Serie mit Tipps und Tricks Extrusion 1/2026 46 Wozu gibt es verschiedene Dosierorgane (2)? Gravimetrische Synchrondosier- und Maschstation Graviplus mit Flüssigdosiereinhait (unten links) (Alle Bilder: motan) Scheibendosierorgan mit integriertem Messer als Abstreifer
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