Extrusion 1-2026
In der Pyrolyse von Rückständen aus dem lösemittelba- sierten Recyclingprozess der PP-Fraktionen wurden ein hoher Pyrolysegasanteil und geringer Koksanteil erhalten. Aus den Rückständen der Solvolyse von PET-Fraktionen konnte Pyrolyseölfraktionen mit hohen Ölanteilen sowie geringen Koksanteilen gewonnen werden. Die Produkte aus beiden Rohstoffströmen lassen sich vielversprechend weiterverwerten. Zudem ergaben die begleitenden Arbeiten, dass geeig- nete und ausreichende Mengen an PP und PET vorhanden sind, aber die Logistik und Sortierung für den Zugriff dar- auf noch aufgebaut werden muss. Die aggregierten Er- gebnisse der LCA zeigten, dass die Wertschöpfungskette des Fraunhofer-CCPE-Verfahrens sowohl für Biopolymere als auch für Rezyklate eine bessere Klimabilanz aufweist als die Verwendung von Neukunststoffen. “Wir konnten er- folgreich zeigen, dass auch bislang ungenutzte Stoff- ströme zur Herstellung hochqualitativer Werkstoffe auf Rezyklatbasis eine reale Option darstellen”, fasst Schütz diesen Teil des Projekts zusammen. Bioabbaubare Geotextilien aus PLA und PBS Ist es möglich, Kunststoffe für den Landschaftsbau aus biobasierten Polymeren (PLA und PBS) herzustellen? Kön- nen Produkte ohne Umweltprobleme und mit kontrollier- tem Abbau hergestellt werden? Wie kann man sicherstellen, dass PLA und PBS während der Nutzung sta- bil bleiben und sich danach schnell und vollständig ab- bauen? Diesen Fragen widmet sich das Fraunhofer CCPE im zweiten Use Case des Projekts, das sich auf Geotextilien konzentriert, die für eine kurzfristige Anwendung von we- niger als zehn Jahre konzipiert sind und sich daher schnell abbauen müssen. Im Fokus stand die Abbaubarkeit und Ökotoxizität der Biokunststoffe, wobei die Tests mit PLA- und PBS-Neuware durchgeführt wurden. Um die Abbau- barkeit zu prüfen, lagerten die Projektpartner Fasern zweier PBS- und dreier PLA-Typen 25 Wochen lang am Fraunhofer UMSICHT bei 40 Grad Celsius und 90 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit in feuchter Erde. Durch maßge- schneiderte Additive des Fraunhofer LBF gelang es den Forschenden, Zeitpunkt und Verlauf des Abbaus der PLA- und PBS-Fasern einzustellen, signifikant zu beschleunigen und in Zerfallstests nachzuweisen, andererseits aber die Materialeigenschaften bis zum Einsetzen des Abbaus weit- gehend zu erhalten. Schütz: „Sowohl für PLA als auch für PBS konnten wir Fasern mit kontrolliertem und einstellba- rem Abbauverhalten herstellen. Die Ökotoxizitätstests durch das Fraunhofer IME haben keine Hinweise auf be- sorgniserregende Effekte gezeigt. Es ergibt sich durch un- sere Ergebnisse eine konkrete Entwicklungsperspektive für Geotextilien für lebensnahe Anwendungen, die wir nun ge- meinsammit Industriepartnern weiterverfolgen möchten.“ Fraunhofer CCPE – auf dem Weg zur zirkulären Kunststoffwirtschaft Der Umgang mit Kunststoff muss sich grundlegend än- dern. Der Weg zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft, in der weniger fossile Ressourcen entnommen und Produkte länger genutzt werden, ist alternativlos. An dieser Stelle setzt das Cluster Fraunhofer CCPE an. Sechs Fraunhofer- Institute erforschen, wie sich Produkte zirkulär gestalten lassen und wie Plastikmüll in wertvolle Ressourcen ver- wandelt werden kann. Zum Cluster gehören die Fraunho- fer-Institute für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, für Angewandte Polymerforschung IAP, für Che- mische Technologie ICT, für Betriebsfestigkeit und System- zuverlässigkeit LBF, für Materialfluss und Logistik IML, für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV. Extrusion 1/2026 36 ► Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE www.ccpe.fraunhofer.de Recycling, Materialien – Aus der Forschung Multifilamentgarne hergestellt aus recycliertem PET (© Fraunhofer IAP) www.extrusion-global.com
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