Extrusion 1-2026

Doppelschneckentechnologie vereinfacht Produktionsprozess Die herkömmliche Herstellung von weißem expandier- tem Polystyrol (EPS) erfolgt diskontinuierlich im Rahmen der Suspensionspolymerisation. Dabei wird das Monomer Styrol in einem Batch-Verfahren polymerisiert. Alternativ dazu existieren kontinuierliche Herstellungsverfahren, in denen die Verarbeitung unter Zugabe von Additiven und Pentan in mehreren aufeinanderfolgenden Prozessschrit- ten erfolgt. Dabei kommen unterschiedliche Kombinatio- nen aus Doppelschneckenextrudern, Einschnecken- extrudern oder statischen Kühlmischern zum Einsatz. Co- perion hingegen bietet mit dem ZSK-Doppelschneckenex- truder eine Technologie zur Herstellung von EPS in einem sehr einfachen einstufigen Prozess. Insbesondere bei der Suspensionspolymerisation muss das chemische Gleichgewicht während der Reaktion auf- rechterhalten werden, da bereits geringfügige Verunreini- gungen oder Fremdstoffe das Gleichgewicht stören und den Prozess destabilisieren können. Da im Extruder keine Reaktion stattfindet, sondern die Stoffe gemischt werden, stellt dies keine Herausforderung für diesen Herstellpro- zess dar. Dem Coperion ZSK-Extruder werden alle Inhalts- stoffe über hochgenaue Coperion K-Tron Dosierer zugeführt und produktschonend mit genau abgestimmter Schereinleitung und geringer Verweilzeit zu einer homo- genen Masse verarbeitet. Dies stellt eine geringe thermi- sche Belastung des Materials sicher. Die Herstellung der Mikrogranulate erfolgt in der sich an den Extruder an- schließenden Unterwassergranulierung. Dabei entstehen sehr kleine Pellets (< 1 mm) mit einer sehr engen Partikel- größenverteilung. Wirtschaftliche und nachhaltige Herstellung von innovativen EPS-Produkten Neben der Besonderheit, dass die Herstellung von EPS in einem einstufigen Prozess erfolgt, ermöglicht der ZSK- ► Coperion GmbH Theodorstraße 10, 70469 Stuttgart, Deutschland www.coperion.com/ Extrusion 1/2026 Extruder darüber hinaus die Produktion von Graphit-Poly- styrol (GPS) sowie die Herstellung von Produkten mit Re- cyclinganteil. Bei der Herstellung von GPS wird dem Produkt unter anderem freies Graphit hinzugefügt, wel- ches die Wärmestrahlung reflektiert und dadurch eine hö- here Wärmeisolierung bietet als weißes EPS. GPS-Produkte von NexKemia weisen einen sehr niedrigen Lambda-Wert auf, was für eine geringere Wärmeleitfähigkeit und damit eine sehr gute Dämmleistung steht. Gemeinsammit Coperion ist es NexKemia gelungen, Re- cycling-Anteile in die EPS-Herstellung zu integrieren – und das auf nur einer einzigen Produktionslinie. Das gereinigte und kompaktierte Mahlgut kann direkt in den ZSK-Extru- der dosiert werden. Abhängig von den Qualitätsanforde- rungen der Mikrogranulate und der Verfügbarkeit des Ausgangsmaterials sind Recyclinganteile von 30 Prozent und höher realisierbar. Das finale EPS-Produkt überzeugt dabei mit den gleichen physikalischen Eigenschaften wie Neuware. Zudem zeichnet sich das Verfahren durch deut- lich geringere Luftemissionen sowie eine signifikante Re- duktion des Abwasseraufkommens im Vergleich zur herkömmlichen EPS-Herstellung aus. „Mit den Coperion Doppelschneckenextrudern haben wir die Möglichkeit, verschiedene Spezialprodukte für un- terschiedliche Anwendungen herzustellen. Dank der guten Zusammenarbeit und verfahrenstechnischen Unterstüt- zung konnten wir gemeinsam neue und umweltfreundli- chere Prozesse für die EPS-Herstellung realisieren. Damit werden wir unseren Werten Kundenfokus, Innovation und Nachhaltigkeit gerecht“, so Michael Hays, Präsident von In- tegreon, NexKemias Muttergesellschaft. 33 Mit dem Fokus auf innovative Herstellver- fahren und Nachhaltig- keit bietet NexKemia Produkte für die Ver- packungsindustrie und Gebäudedämmung: Neben weißem EPS auch graues, mit Graphit gemischtes EPS, sowie Produkte mit bis zu 30 Prozent Rezyklatanteil

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