Extrusion 1-2026

Extrusion 1/2026 14 Branche Intern ► pack.consult Dieter Finna www.pack-consult.org Multi Channel Evaluation (MCE) Fehl- alarme. Bis zu sechs Kanäle unter- scheiden dabei relevante Defekte vom Grundrauschen. Die Unterschei- dung und finale Klassifizierung der Defekte erfolgt durch einen automa- tischen Klassifizierer, nachdem der Defekt dem System geteacht wurde. Marcin Lapaj von Transparent Paper Ltd. zeigte in seinem Vortrag den Übergang bei BOPP-Folien zu PPWR-konformen Monomaterial- Strukturen. Im Fokus stehen Innova- tionen wie BOPP-Folien mit ultra- hoher Barrierewirkung (UHB), die Alu- miniumfolie in Mehrschichtlaminaten für trockene und feuchte Lebensmit- telanwendungen ersetzen, sowie bi- funktionelle Hybride, die die Funk- tionen guter Siegeleigenschaften mit ultrahoher Barrierewirkung kombinie- ren. Hitzeresistente (HR) BOPP-Folien mit kontrolliertem Schrumpf gewähr- leisten zudem Dimensionsstabilität auf Hochgeschwindigkeits-Abpackma- schinen. Durch Gewichtsreduzierung mit matten BOPP-Folien geringer Dichte und vereinfachten Laminat- strukturen fördert BOPP aktiv die Kreislaufwirtschaft und erfüllt die An- forderungen der PPWR an Monover- packungen. Dr. Ricarda Hofmann von der Flint Group adressierte die verschärften Anforderungen der EU-Recyclingge- setzgebung (PPWR) an druckfreundli- che, recyclingfähige Farben. Zwei Tage, fünf Trends, ein Ziel: Den Verpackungsdruck effizient und kreis- lauffähig zu gestalten. Der 10. Exper- tentreff Verpackungsdruck zeigte eindrucksvoll, dass moderne Techno- logien, von 7C-Fixed-Palette und KI- gestützter Echtzeit-Datenanalyse über Robotik, Inline-Inspektion bis hin zu Fäl- schungsschutz und recyclingfreundli- chen Materialien, die Produktionspro- zesse nachhaltig transformieren. Der „Expertentreff Verpackungs- druck” feierte unter dem neuen Label „Inno-PrintPack” seine zehnte Auflage und bot ein weiteres Novum. Die Fachtagung gastierte vom 27. bis 28. November 2025 im neu entstandenen Veranstaltungszentrum der Follmann- Gruppe in Minden, inmitten einer Spezialchemie-Fabrik. Die moderne Infrastruktur des Technologie- und Wissenszentrums schuf optimale Rah- menbedingungen für die tiefgehen- den Fachvorträge sowie für den weiteren Austausch. Unter anderem zeigte Oliver Hiss- mann von OCS Service in seinem For- trag, wie moderne Inspektionssyste- me die Qualität auch von Recyclingfo- lien und neuen „grünen” Polymeren sichern. Das Hochgeschwindigkeits- Bahnsystem FSP600 erkennt in Echt- zeit mittels kombinierter Trans- missions- und Reflexionsmessung sowie Hell- und Dunkelfeldbeleuch- tung Fehler wie Gele, Stippen, Krater, Löcher oder Beschichtungsaussetzer – und das alles bei eingefärbten oder transparenten Folien. Besonders bei PCR-Folien, die ein hohes Material- rauschen aufweisen, verhindert die Inno-PrintPack 2025 Attilio Borlenghi von Sun Chemical präsentierte die Ultra Low Monomer (ULM)-Laminiertechnologie, die neue EU- und US-Verordnungen für Le- bensmittelsicherheit und Arbeits- schutz erfüllt. Karsten Schröder schloss die Inno- PrintPack mit einer prägnanten Zu- sammenfassung aller Vorträge. Wie relevant das Thema 4C/7C-Fixed Pa- lette mit seiner Effizienzsteigerung im Verpackungs- und Etikettendruck ge- worden ist, zeigten die Präsentatio- nen sehr anschaulich. Ebenso, wie groß die Neuerungen bei KI-gestütz- ter Echtzeit-Datenanalyse, dem Ein- satz robotergesteuerter Systeme und Inline-Inspektion sind. (Quelle: Innoform Coaching GbR) Detektierte Fehlertypen bei der Folienherstellung (Quelle: OCS Optical Control Systems GmbH) Die Unternehmen der Kunststoff- Wertschöpfungskette sehen den deutschen Standort im internationa- len Vergleich in Gefahr. Dennoch zei- gen sie weiterhin eine hohe Bereitschaft, sich für die Wertschöp- fung vor Ort stark zu machen: 91 Pro- zent planen laut einer aktuellen Umfrage auch 2026 Investitionen am Standort Deutschland. Um diese Stärke für Wertschöpfung und Pro- duktion im Land gezielt zu nutzen, braucht es jetzt jedoch entschlosse- nes politisches Handeln. Die Unternehmen der Wertschöp- fungskette Kunststoff – Kunststoffer- zeugung, Kunststoffverarbeitung und Kunststoffmaschinenbau – gaben dem Standort Deutschland insgesamt die Note 4,1 (ausreichend). Damit hat „Wir sind Kunststoff“- Umfrage

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