Extrusion 1-2022

32 Temperiertechnik Extrusion 1/2022 Die KRS Kunststoff-Recycling & Service GmbH in Spenge/ Westfalen erzeugt hochwertige, sortenreine Kunststoff-Rezyklate und Granulate als Sekundär- rohstoff. L&R Kältetechnik hat für das Unternehmen eine Kälteanlage projektiert, die mit reduzierter Kältemittelmenge arbeitet und mit einer innovativen Wasseraufbereitung ausgestattet ist. Kunststoffrecycling – Wasserbad wird klimagerecht gekühlt M it ihren Dienstleistungen schließt KRS den Werkstoffkreis- lauf. Kunststoff-Schneidmühlen vermahlen die – möglichst sortenreinen – Reststoffe, die nach der Zerkleinerung aufge- schmolzen und extrudiert, das heißt durch Düsen gepresst wer- den. Nach der Erstarrung in einem offenen Wasserbad werden sie zu homogenem Granulat zerkleinert und können in der Pro- duktion des Kunden weiterverarbeitet werden. Das Wasserbad muss kontinuierlich gekühlt werden, weil der Kunststoff während der Erstarrung Wärme einträgt. Die Auf- gabe aus kältetechnischer Sicht: Rund 30.000 Liter Wasser pro Stunde mit einer Temperatur von 20 °C sollen zuverlässig auf 15 °C gekühlt werden. Für diese Aufgabe projektierten die L&R-Ingenieure eine Kälte- anlage mit einer Kühlleistung von 170 kW, die komplett in einen Container eingebaut und im Inneren der Halle untergebracht ist ( Bild 1 ). Im Außenbereich befindet sich die kombinierte Kon- densator- und Freikühlung mit einer Kühlleistung von 2 x 115 kW ( Bild 2 ). Die Freikühlung ermöglicht es dem Anwender, un- terhalb einer Temperatur von circa 15 °C die zur Rückkühlung benötigte Kälte aus der Umgebung zu entnehmen. Das spart Energie und reduziert den CO 2 -Ausstoß. Als Kältemedium kommt das Low-GWP-Kältemittel R 513 A zum Einsatz, das auch einen energieeffizienten Anlagenbetrieb ge- währleistet. Ein zusätzlicher Wärmetauscher, der die Wärme vom Kältemittel auf einen sekundären Wasserkreislauf transferiert, erlaubt eine deutliche Reduzierung der Kältemittelmenge. Das ist ganz im Sinne der F-Gase-Verordnung und es verringert auch den Wartungsaufwand. Eine zweite Besonderheit, die L&R bei der Anlage für KRS reali- siert hat, betrifft die Wasseraufbereitung. Weil das Wasser im offenen Bad sowohl mit Luftsauerstoff als auch mit UV-Strahlen in Kontakt kommt, können sich Verunreinigungen wie Algen vermehren und die Wasserqualität ganz erheblich verschlech- tern. Verhindert wird dies durch ein von L&R entwickeltes Auf- bereitungsmodul. Kernelement dieses Moduls ( Bild 3 ) ist eine kompakte Einheit, die das Wasser permanent mit wechselnd-pulsierenden elektro- magnetischen Feldern beaufschlagt. Dadurch werden Ablage- rungen und Korrosion sowie Biofilme/Verschlammungen im gesamten Wasserkreislauf abgelöst und im Wasser gehalten. In zirkulierenden Systemen zum Beispiel zum Kühlen und Heizen hält ein Hochleistungs-Industriefilter die gelösten Verunreini- gungen zurück. Bei offenen Systemen – wie hier bei KRS – wer- den die Verunreinigungen sukzessive herausgespült. Das Modul arbeitet ohne Chemikalien und abgesehen von den Filterelementen auch wartungsfrei. Es gewährleistet eine dauer- hafte Verbesserung der Wasserqualität und damit eine ebenso dauerhaft hohe Effizienz der Wärme- bzw. Kälteübertragung – bei KRS und in vielen anderen Einsatzfällen. ➠ L&R KÄLTETECHNIK GmbH & Co. KG Hachener Str. 90 a-c, 59846 Sundern-Hachen, Deutschland www.lr-kaelte.de Bild 1: Die Kältetechnik zur Badkühlung wurde in einem Container untergebracht und anschlussfertig angeliefert Bild 2: Die kombinierte Frei-/ Kondensatorkühlung wird über einen separaten Wasserkreislauf in den Kühlkreislauf integriert Bild 3: Die chemiefreie Wasseraufbereitung wurde ebenfalls in den Container integriert

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